Fachtag Mobile Ethikberatung für die Region Aachen (MEBA)
In Kooperation mit der StädteRegion Aachen wurde 2022 unter dem Dach des Palliativen Netzwerkes für die Region Aachen e. V., dem Bildungswerk Aachen und dem Institut für Geschichte, Theorie & Ethik der Medizin an der RWTH Aachen eine Stelle geschaffen, die für die Region ein mobiles Ethikteam koordiniert und für ethische Konfliktsituationen im ambulanten Bereich sowie in der Alten- und Eingliederungshilfe eine Beratung für ethische Fragestellungen vor Ort anbietet.
Ein ethischer Konflikt, eine ethische Herausforderung oder nur ein ethisches „Unwohlsein“ – all das kann niedrigschwellig Anlass für einen Anruf oder eine Mail bei der neuen Kontaktstelle für ethische Beratung im Gesundheitswesen sein. Sehr häufig wurden in den vergangenen Jahren beim Hospiztelefon Beratungen angefragt zum Thema ethischer Umgang mit herausforderndem Verhalten von Bewohner:innen in Einrichtungen der Alten- und Eingliederungshilfe (sozialethischen Fragen). Ebenso dringend wurden aus dem ambulanten hausärztlichen Bereich Beratungen gewünscht zu medizinisch-ethischen Fragestellungen: welche Therapien z. B. sind jetzt noch sinnvoll und im Sinne von nicht mehr sprachfähigen Patient:innen? Auf diesen Bedarf haben wir reagiert und in enger Kooperation der oben genannten Institutionen ein Angebot der Beratung einer mobilen Ethikberatung geschaffen, was in dieser Veranstaltung vorgestellt und für die Region bekannt gemacht werden soll. 
Prof. Dominik Groß, Direktor des Instituts für Geschichte, Theorie & Ethik der Medizin an der RWTH Aachen, Prof. Roman Rolke, Direktor der Klinik für Palliativmedizin, RWTH Aachen, Prof. Helen Kohlen, Vinzenz Pallotti University Vallendar, Zentrum für Gesundheitsethik Hannover werden mit ihrer Expertise zu den verschiedenen Schwerpunkten der ethischen Herausforderungen
und Fragestellungen am Vormittag Impulsvorträge halten. Mareike Hümmerich, als Koordinatorin der mobilen Ethikberatung, wird anschließend das neue Beratungsangebot vorstellen. Nachmittags stehen in drei verschiedenen Workshops die unterschiedlichen Schwerpunkte ethischer Fragestellungen im Vordergrund und der Transfer in die Praxis wird interaktiv vermittelt.
Aus Studien wissen wir, dass ethisches „Unwohlsein“ oder ungelöste ethische Konfliktsituationen die Mitarbeitenden von Einrichtungen krank machen können, wenn sich diese wiederholt dazu veranlasst sehen, gegen ihr eigenes ethisches Berufsverständnis zu arbeiten. Gibt es im Gegensatz dazu ethische Beratungs- und Reflexionsräume, bindet das im guten Sinne Mitarbeitende ein und sorgt für Wohlbefinden und Gesundheit. Wir freuen uns auf eine große Resonanz und Ihre aktive Mitgestaltung auf unserem Fachtag!
Der Zugang zu allen Räumen des Fachtags MEBA in der bischöflichen Akademie Aachen ist barrierefrei.

Palliatives Netzwerk für die Region Aachen








Unter fachlicher Aufsicht und mit hoher Maß an Kompetenz von Dagmar Schmitz finden in regelmäßigen Abständen Qualitätszirkel statt. Dagmar Schmitz ist unter anderem Trainerin für Ethikberatung im Gesundheitswesen (AEM). Sie hat überwiegend den Ausbildungskurs zur Ethikberater*in geleitet. Die Akademie für Ethik in der Medizin (AEM) hat strenge Qualitätsregeln für die Ausbildung und Durchführung von Ethikberatung festgelegt. (Quelle einfügen) Dazu gehört, dass Ethikberater*innen an diesen Treffen teilnehmen müssen um ihr Zertifikat behalten zu können. Die Berater*innen sind aufgefordert anonymisiert von einer spezifischen Beratungssituation zu berichten. Dann wird die Einordnung dieser Situation in der Gruppe reflektiert. DAmit wird die spezifische Beratungskompetenz unterstützt, mögliche Fehler benannt und korrigiert. Zudem wird in den Treffen Schulungsinhalte angeboten zu den verschiedensten ethischen Themen. Hier haben sich Berater*innen zum Beispiel gewünscht über den „Umgang mit Sterbewünschen“ zu sprechen. Aktuell beschäftigt sich die Gruppe mit dem Thema „Diversität und Vielfalt in der Beratung“.


